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Datenbankprojekte der OECD

Datenbankprojekte der OECD: Diese Pro­­jekte fördern den internationalen Erfahrungs­aus­tausch über Störfälle sowie Schäden an KKW-Komponenten, die Störfälle auslösen können. Dazu werden themenspezifische Datenbanken aufge­baut, in die syste­matisch Schadensfälle und Ereignisse aus den teilnehmenden OECD-Staaten eingegeben werden. Die Daten werden anschliessend statistisch ausgewertet mit dem Ziel, Hinweise auf Schadens- bzw. Störfallursachen zu erhalten. Ein Zusammenschluss auf internationaler Basis ist da­zu notwendig, weil die relevanten Ereignisse und Schäden in KKW selten sind. Das ENSI beteiligte sich 2009 an folgenden Projekten:

  • OECD OPDE – Piping Failure Data Exchange Project: Diese Datenbank beinhaltet Informationen von Schadensbefunden an sicherheits­technisch klassierten und risiko­relevanten Rohrleitungen in Kernkraftwerken, die zu Wandstärkeschwächungen, Rissen, Leckagen oder Brüchen geführt haben. Die internationale Arbeitsgruppe des Projektes hat den Status-Bericht für die Projekt-Periode 2002–2008 fertiggestellt und im November 2009 veröffentlicht. Die Samm­lung von Schadensfällen an Rohrleitungen in Kern­kraft­werken wurde 2009 weitergeführt. Drei der vier Schweizer KKW-Betreiber haben ihre aktive Teilnahme am Projekt aufgenommen. Die neu eingegebenen Datensätze aus Schweizer KKW betreffen Schäden, die keine grösseren Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlagen hatten und im Rahmen der Instandhaltung behoben werden konnten.
  • OECD SCAP – Stress Corrosion Cracking and Cable Ageing Project: Mit dieser Daten­bank werden Schäden aus den KKW gesammelt und ausgewertet, die auf Spannungsrisskorrosion an Behältern und Rohrleitungen zurückzuführen sind, oder durch Alterung an elek­tri­schen Kabeln entstehen. Die Schweiz beteiligt sich seit 2009 an am SCAP-Teilprojekt zur Spannungsrisskorrosion. Zu diesem Thema wur­de 2009 eine umfangreiche Wissensdatenbank erstellt. Aus der Vielzahl an Datenbankeinträgen, die für die unterschiedlichen Arten der Span­nungsrisskorrosions-Befunde gesammelt wur­den, wurden wichtige Referenz-Scha­dens­fälle identifiziert. Der aktuelle Kenntnisstand zu den wichtigsten Mechanismen der Spannungsrisskorrosion wurde in einem durch internationale Experten erstellten Bericht zusammengefasst.
  • OECD ICDE – International Common Cause Failure Data Exchange: Diese Daten­bank beschäftigt sich mit Ereignissen, bei denen gleichartige Fehler an mindestens zwei (sicherheitsrelevanten) Komponenten aufgrund gemein­samer Ursache auftraten, so genannte «Common Cause Failure (CCF)»-Ereignisse. Die Datenbank enthält mit den 2009 erfolgten Eingaben etwa 1500 Datensätze zu potenziellen oder effektiven CCF-Er­eig­nissen für zehn verschiedene Komponententypen. Darüber hinaus wurden Kodierungsrichtlinien und Analyseberichte für verschiedene Komponenten aktualisiert, konzipiert bzw. fertig gestellt. Die Datenbankanwendung wurde um zusätzliche Funktionen erweitert, um die Verwaltung und Auswertung der Datensätze zu erleichtern.
  • OECD FIRE – Fire Incident Record Exchange: Das Ziel des 2003 gestarteten Pro­jekts ist es, mit der Erhebung und der Analyse von Daten zu Brandereignissen in Kern­kraftwerken dazu beizutragen, Ursachen, Ausbreitung und Auswirkungen von Bränden besser zu verstehen. Ausserdem soll die Brandverhütung weiter optimiert und die phäno­menologische und statistische Basis für probabilistische Sicherheitsanalysen (PSA) von KKW verbessert werden. Im Jahre 2009 wurden planmässig Daten zu weiteren Brandereignissen gesammelt, soweit mög­lich auch zurückgehend bis 1990. Zudem wurden erste detaillierte Analysen mit Hilfe der Datenbank durchgeführt. Zur Dokumentation der zweiten Projektphase wurde ein Bericht erstellt.
  • OECD Compsis – Exchange of Operating Experience Concerning Computer-based Systems Important to Safety: Im Compsis-Projekt werden Betriebserfahrungen von rechnerbasierten Systemen gesammelt, speziell von digitalen Leittechniksystemen. Dies kann Informationen liefern über die Ursachen und Fehlerarten von Ereignissen mit rechner­basierten Systemen und über die wechselseitige Beeinflussung von Hard- und Software. Hauptziel war 2009 weiterhin die Erfassung und Bereitstellung von Daten. Eine erste Analyse gibt Hinweise, welche Fehlerarten und Tätigkeiten im Lebenszyklus rechner­basierter Systeme besonders zu beachten sind. Zudem wurde eine Qualitäts­management-Vor­schrift für Kriterien von Meldungen und Publikationen überarbeitet.