Das ENSI genehmigt das Wiederanfahren des Kernkraftwerks Mühleberg nach der Revision

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI genehmigte dem Kernkraft-werk Mühleberg (KKM) am Mittwoch, 8. September 2010, nach dem Abschluss der Re-vision, den Reaktor wieder in Betrieb zu nehmen. Die Anlage war vom 15. August bis 8. September 2010 abgestellt, um Brennelemente zu wechseln und Revisionsarbeiten auszuführen. Das ENSI hat sich mit Inspektionen vergewissert, dass die Arbeiten vorschriftsgemäss durchgeführt wurden.

Während der Revision des Kernkraftwerks Mühleberg wurden 36 der insgesamt 240 Brennelemente ersetzt. Wie bereits in den vergangenen acht Jahren sind auch im abgelaufenen Betriebszyklus keine Schäden an den Brennelementen aufgetreten.

Nebst dem Brennelementwechsel wurden während der Revision auch die geplanten Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt. Neben den jährlich stattfindenden visuellen Prüfungen der Reaktordruckbehälter-Einbauten wurden auch Rohrleitungsschweissnähte des Primärkreislaufes und Stutzeneinschweissnähte des Reaktordruckbehälters mit Ultraschall geprüft. Dabei wurden keine sicherheitstechnisch relevanten Messanzeigen gefunden. Das im Jahr 2006 erstmals eingesetzte Ultraschallprüfsystem für die Prüfung der Schweissnähte an der Kernsprühleitung wurde weiterentwickelt und qualifiziert. Dies erlaubt zusätzlich eine Charakterisierung von Prüfanzeigen. Auf der Grundlage der diesjährigen Ergebnisse mit dem qualifizierten Prüfverfahren gehen die bisher registrierten Befunde auf geometriebedingte Signale und Oberflächenmarkierungen zurück. Sicherheitstechnisch relevante Messanzeigen wurden an den Schweissnähten der Kernsprühleitung keine gefunden. Die Wiederholungsprüfungen sowie die Instandhaltungsarbeiten an den druckführenden Komponenten wurden vom ENSI zusammen mit dem Schweizerischen Verein für Technische Inspektionen (SVTI) beaufsichtigt.

Die Bestimmungen der Strahlenschutzgesetzgebung wurden eingehalten. Die Strahlendosis, die das Personal während der Revision insgesamt erhielt, lag deutlich unterhalb des geplanten Werts. Die Strahlenexposition jeder einzelnen Person lag ebenfalls deutlich unter dem Grenzwert von 20 Millisievert für beruflich strahlenexponierte Personen.

Nach Abschluss der Arbeiten und der Funktionsprüfungen führten das ENSI und der SVTI ihre Schlussrundgänge im Werk durch. Dabei haben sich keine Befunde ergeben, die ein Wiederanfahren der Anlage und einen sicheren Leistungsbetrieb in Frage stellen. Das ENSI erteilte aufgrund der Ergebnisse seiner Überprüfungen dem Kernkraftwerk Mühleberg am 8. September 2010 die Genehmigung zur Aufnahme des Leistungsbetriebs.