ENSI-Forschungsstrategie stellt praktischen Nutzen für Aufsichtstätigkeit ins Zentrum

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat seine Forschungsstrategie überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen in den nächsten Jahren die Themen Langzeitbetrieb, extreme Naturereignisse, Stilllegung und Entsorgung. Vorschläge für Forschungsprojekte können neu online eingereicht werden.

Forschungsstrategie ENSIDie vom ENSI überarbeitete Forschungsstrategie stellt vor allem den praktischen Nutzen der Forschung für die Aufsichtstätigkeit ins Zentrum.

Die in den letzten Jahren wichtiger gewordenen Themenbereiche Langzeitbetrieb, extreme Naturereignisse, Stilllegung und Entsorgung finden in der neuen ENSI-Forschungsstrategie einen prominenteren Platz.

„Damit kann die Forschung auch zur Erhaltung und zum Ausbau der Sicherheit der Schweizer Kernanlagen beitragen“, erklärt Felix Altorfer, Leiter des Direktionsstabs beim ENSI.

Forschungsprojekte können seit kurzem online eingegeben werden. Das ENSI stellt auf seiner Website ein Eingabeformular zur Verfügung. Vorgeschlagene Forschungsprojekte werden nach klaren Kriterien ausgewählt. Diese sind ebenfalls in der Forschungsstrategie beschrieben.

 

Klare Ziele für Forschungsprojekte

Die Forschung soll Grundlagen für die Aufsicht liefern, Ausbildung und Kompetenzerhalt fördern und zum internationalen Austausch beitragen. Darüber hinaus sind in der Forschungsstrategie folgende Ziele definiert:

  • Untersuchung offener Fragen zur Sicherheit der Kernanlagen
  • Praktische Unterstützung der Aufsichtstätigkeit
  • Kompetenzerhalt und -erweiterung
  • Förderung unabhängiger Expertise
  • Erhöhung der Attraktivität des ENSI für Mitarbeiter

 

Keine Forschung zu neuen Reaktoren

Das ENSI unterstützt keine Forschung zu neuen Reaktoren der Generation III sowie zu möglichen zukünftigen Reaktoren der Generation IV. Diese haben keine Relevanz für die konkrete Aufsichtstätigkeit des ENSI.

Das ENSI setzt mit der Forschungsstrategie internationale Richtlinien um. Die jeweiligen nationalen Behörden sollen demnach Massnahmen treffen, dass die Kompetenz aller Beteiligten aufgebaut und erhalten wird, die Verantwortung in Bezug auf die Sicherheit von Kernanlagen tragen. Überdies sollen die Aufsichtsbehörden bei der Auswahl ihrer Experten potenzielle Interessenkonflikte möglichst vermeiden.