Vorkommnisse

Das ENSI fasst Ereignisse und Befunde unter dem Begriff Vorkommnisse zusammen. Meldepflichtig sind sowohl Vorkommnisse mit Bedeutung für die nukleare Sicherheit (Art. 21 Abs. 1 KEV sowie Art. 38 Abs. 3 Bst. a und c KEV) als auch Vorkommnisse von öffentlichem Interesse (Art. 38 Abs. 3 Bst. b KEV). Zu letzteren zählen von ausserhalb der Anlage wahrnehmbare Vorkommnisse auf dem Areal der Kernanlage, unabhängig von deren Bedeutung für die nukleare Sicherheit.

Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit.

 

Über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen, informiert das ENSI auf der Website laufend:

  • INES-Stufe 1 oder höher,
  • Auslösung von Sicherheitssystemen,
  • Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt,
  • Inkorporation radioaktiver Stoffe mit einer Folgedosis von mehr als 1 mSv.

Vorkommnisse in Schweizer Kernanlagen

Kernkraftwerk Gösgen

Während der Strangrevision wurde eine gesicherte Schiene von einem Reserveumformer mit Spannung versorgt. Die Rückschaltung auf den normalerweise eingesetzten Umformer erfordert die Abarbeitung von Anweisungen aus zwei verschiedenen Dokumenten und mehrere Schalthandlungen. Dabei wurde ein Arbeitsschritt irrtümlich übersprungen, weshalb die betroffene gesicherte Schiene während 3 Minuten und 20 Sekunden ohne Spannung war. Die drei anderen […]

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Beim Anfahren nach dem Revisionsstillstand kam es bei einer Reaktorleistung von 26% zu einer Reduktion und dann zum Stopp des Kühlwasserdurchflusses durch einen Kondensator. Damit war die Kondensation des aus der Turbine ausströmenden Dampfes nicht mehr möglich. Die betroffene Turbinen-Generator-Gruppe wurde automatisch abgeschaltet. Weil zu diesem Zeitpunkt des Anfahrens erst eine der beiden Turbinen-Generator-Gruppen in […]

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Am 1. Juli 2008, wenige Tage nach dem Anfahren der Anlage zum laufenden 30. Betriebszyklus, zeigten die routinemässig durchgeführten Messungen erhöhte Iod- und Edelgasaktivitäten im Primärkreislauf. Die in den darauffolgenden Tagen durchgeführten Messungen bestätigten, dass ein Schaden an einem Hüllrohr eines Brennstabs vorliegt. Stand aktualisiert am 19.8.2010

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Beim Wiederanfahren nach dem Revisionsstillstand 2008 waren zwei sicherheitsrelevante Gleichrichter ausgefallen. Das KKW Gösgen setzte nach der Behebung der Störung das Anfahren fort, obwohl die Ursache des doppelten Ausfalls nicht bekannt war. Damit hat es einen zentralen Grundsatz der Sicherheitsvorsorge verletzt. Zudem hat das KKW Gösgen das Vorkommnis dem ENSI erst im März 2009 gemeldet. […]

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Bei einem Kontrollgang stellte das Betriebspersonal im nicht nuklearen Teil der Anlage bei einer Hochdruckturbine eine Leckage am Kraftölsystem fest. Der Schichtchef entschied, die betroffene Turbinen-Generator-Gruppe vorsorglich manuell abzuschalten. Zur Sicherstellung des Brandschutzes und zum Auffangen des ausgelaufenen Öls wurde die KKB-Feuerwehr aufgeboten. Nach dem Abschalten der Turbinen-Generator-Gruppe konnte die Leckage gestoppt werden. Das ausgelaufene […]

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Bei der Überprüfung der Betriebsbereitschaft startete die eine von zwei redundanten Borsäurepumpen nicht. Die anschliessende Fehlersuche ergab keinen Hinweis auf die Ausfallursache. Bei der Wiederholung des Startbefehls lief die Pumpe ordnungsgemäss an. Die zweite Borsäurepumpe war betriebsbereit. Stand aktualisiert am 08.08.2008

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Der Ausfall eines Bauteils der programmierbaren Steuerung eines unterbrechungsfreien Stromversorgungs-Systems führte zum Ausfall einer von vier Schienen der gesicherten Wechselstromversorgung. Dadurch fielen im Hauptkommandoraum Anzeigeinstrumente aus, welche sich auf den nichtnuklearen Sekundärkreislauf bezogen. Zudem wurden einige Messumformer nicht mehr mit Spannung versorgt, wodurch Signale ausfielen, die zur Regelung der Reaktorleistung benötigt werden. Dies führte zu […]

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Im Rahmen der Jahresrevision im Block 2 des Kernkraftwerks Beznau wurde die externe 50-kV-Anspeisung beider Blöcke für Wartungsarbeiten um 04:40 Uhr abgeschaltet. Um die von dieser Anspeisung versorgte Notstromschiene des im Leistungsbetrieb stehenden Blocks 1 weiterhin mit Spannung zu versorgen, wurde vorschriftsgemäss der Notstand-Dieselgenerator des Blocks 1 in Betrieb genommen und mit geringer Last betrieben. […]

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