KKG: Kurzer Spannungsunterbruch der Notstandschiene

Betroffenes Werk/Titel

KKW Gösgen: Kurzer Spannungsunterbruch der Notstandschiene

Datum/Zeit

17. Oktober 2018/09:43 Uhr

Sachverhalt

Bei einer Reaktorschutzprüfung am 17. Oktober 2018 startete der Notstanddiesel vorerst normal und versorgte nach Schliessen des Generatorschalters die zugehörige Notstromschiene. Unmittelbar danach öffnete sich der Generatorschalter aus noch unbekannten Gründen. Die betroffene Notstromschiene wurde spannungslos. Die Prüfung wurde abgebrochen, die Prüftasten losgelassen. Daraufhin schloss sich der Generatorschalter wieder automatisch. Bei der kurz darauf erfolgten Wiederholung der Prüfung verhielt sich der Generatorschalter normal.

Einstufung (nach Richtlinie ENSI-B03)

INES-Stufe 0

Massnahmen des Betreibers

Zur Abklärung der Ursache für das Fehlverhalten des Generatorschalters wird das KKG bei zukünftigen Prüfungen zusätzliche leittechnische Signale aufzeichnen und analysieren.

Massnahmen des ENSI

Das ENSI beurteilt die vom KKG beschlossene Massnahme als angemessen und erhebt keine weitergehenden Forderungen.

Beurteilung durch das ENSI

Das Vorkommnis hatte eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung. Angesichts der noch unbekannten Ursache wird für die risikotechnische Bewertung eine latente Nichtverfügbarkeit von 15 Tagen angenommen. Das entspricht dem halben Zeitintervall seit der letzten erfolgreichen Prüfung.

Kriterien für die Aufschaltung auf der ENSI-Website

  • Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt

Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit. Über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen, informiert das ENSI auf der Website laufend:

  • INES-Stufe 1 oder höher,
  • Auslösung von Sicherheitssystemen,
  • Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt,
  • Inkorporation radioaktiver Stoffe mit einer Folgedosis von mehr als 1 mSv.