Tiefenlager und Schutz der Umwelt: Experten fassen internationalen Kenntnisstand zusammen

Angelina Cecchetto Photography

Das Regelwerk des ENSI zum Thema Tiefenlager und Schutz der Tier- und Pflanzenwelt entspricht dem internationalen Kenntnisstand. Dieser sollte aber laufend weiter verfolgt werden. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer im Auftrag des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI erarbeiteten Studie.

Der Schutz der Umwelt vor Radioaktivität ist sowohl in der Schweiz als auch international in Gesetzen und Empfehlungen verankert. Schlüsselorganisationen wie die Internationale Strahlenschutzkommission ICRP und die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA aktualisieren zurzeit ihre Empfehlungen zum Schutz der Fauna und Flora (non-human biota) vor den Auswirkungen ionisierender Strahlung.

Bestandsaufnahme der internationalen Entwicklung

In diesem Zusammenhang hat sich das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI einen systematischen Überblick über die internationale und nationale Entwicklung des Strahlenschutzes für Tiere und Pflanzen verschafft. „Es ging darum, in Kenntnis des Stands von Wissenschaft und Technik zu prüfen, ob die entsprechenden Anforderungen und Richtlinien des ENSI anzupassen sind“, sagt Felix Altorfer, Leiter des Bereichs Entsorgung des ENSI. Mit diesem Ziel hat das ENSI das finnische Umweltbüro EnviroCase mit einer Bestandsaufnahme beauftragt.

Die Autoren des jetzt veröffentlichen Berichts „Overview of international status of considering radiological protection of non-human biota in the context of deep geological disposal of radioactive waste“ von EnviroCase kommen zum Schluss, dass eine präzisere Darlegung des Schutzes der Umwelt im schweizerischen Regelwerk möglich ist, auch wenn solche Anforderungen eher als Information für Interessensvertreter dienen sollten anstatt spezifische Beschränkungen vorzugeben.

Zudem stellt die Studie fest: „Es gibt eine Bandbreite für Dosisreferenzwerte, unterhalb derer bestimmte Strahlungseffekte nicht wahrscheinlich sind. Insbesondere dürften die Dosisraten aus der geologischen Entsorgung ohnehin deutlich unter diesen Referenzwerten liegen.

ENSI nimmt Empfehlung der Studie auf

„Wir werden weiterhin den internationalen Kenntnisstand zum Schutz der Umwelt verfolgen. Die Studie bestätigt unsere aktuelle Auffassung, dass durch den Schutz des Menschen auch die Umwelt ausreichend geschützt ist“, fügt Felix Altorfer noch hinzu. Das ENSI engagiert sich unter anderem im Rahmen der Forschung und Langzeitsicherheitsanalysen zu geologischen Tiefenlagern seit 2012 auch im internationalen Forum BIOPROTA, das sich mit Prozessen der Freisetzung von Radionukliden aus einem Lager für radioaktive Abfälle in die Biosphäre befasst.