ENSI beurteilt Sondierbohrungen der Nagra als geeignet

Die Bohrplätze für die Sondierbohrungen in der Region Jura Ost.

Die Sondierbohrungen werden die erforderlichen Informationen für die spätere Beurteilung der Sicherheit der geologischen Tiefenlager Jura Ost und Zürich Nordost für nukleare Abfälle liefern, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen. Zu diesem Fazit kommt das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI in seinen sicherheitstechnischen Gutachten.

Das ENSI hat die jeweils acht separaten Sondiergesuche der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle Nagra für potentielle Tiefenlager in den Standortgebieten Jura Ost und Zürich Nordost geprüft. Es erachtet sämtliche Sondierbohrungen als geeignete Massnahmen, um die nötigen grundlegenden Daten für die detaillierte Standortbeurteilung und die anschliessende Standortwahl erheben zu können.

Das ENSI stellt in diesem Zusammenhang fest, dass bei sachgemässem Einsatz der vorgesehenen technischen Mittel aus Sicht des ENSI nicht mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist.

Die Bohrplätze für die Sondierbohrungen in der Region Zürich Nordost.

Gutachten zu Sondierbohrungen Nördlich Lägern folgen 2018

Die Gutachten für die sechs Gesuche der Nagra für Sondierbohrungen in Nördlich Lägern, dem dritten Standortgebiet neben Jura Ost und Zürich Nordost, werden im Laufe des Jahres 2018 vorliegen und an dieser Stelle publiziert.

Sondierbohrungen

Nach der grossflächigen seismischen Durchleuchtung des Untergrunds in den drei potentiellen Standortgebieten erfolgen zu Beginn von Etappe 3 des Sachplans geologische Tiefenlager Sondierbohrungen in allen drei Standortgebieten.

Seitens Nagra wurde je ein Gesuch pro Bohrplatz eingereicht. Dieser umfasst mehrere Bohrungen in unterschiedlicher Richtung und mit unterschiedlichen Neigungen bis in eine maximale Tiefe von 2000 Metern. Pro Gesuch wird seitens ENSI ein separates sicherheitstechnisches Gutachten zuhanden des Bundesamts für Energie BFE erstellt.

Gemäss Artikel 35 des Kernenergiegesetzes bedürfen erdwissenschaftliche Untersuchungen einer Bewilligung des Departements. Das Bewilligungsverfahren wird als koordiniertes Bundesverfahren ausgeführt. Die zuständige Leitbehörde ist das BFE.

Quartärbohrungen

Neben den Gesuchen für Sondierbohrungen prüft das ENSI auch mehrere Gesuche für sogenannte Quartärbohrungen. Dabei geht es um Bohrungen mit Bohrtiefen von meistens ein paar Dutzend Meter, in wenigen Ausnahmen von wenigen hundert Metern. Sie dienen der Untersuchung der oberflächennahen Lockergesteine. Diese geben Hinweise zu vergangenen Erosionsprozessen und tektonischer Aktivität.