KKG: Unverfügbarkeit eines Regelventils vom 15. März 2019

Betroffenes Werk/Titel

KKW Gösgen: Unverfügbarkeit eines Regelventils

Datum/Zeit

15. März 2019/14:28 Uhr

Sachverhalt

Am 15. März 2019 konnte bei einem Test ein Regelventil in einem Strang des Not- und Nachkühlsystems nicht geöffnet werden. Grund war ein Fehler in der Steuereinheit des Ventilantriebs. Nach Ersatz des betroffenen Moduls verlief der Test erfolgreich. Im Anforderungsfall wäre die Wärmeabfuhr mit dem betroffenen Strang des Not- und Nachkühlsystems nur eingeschränkt möglich gewesen. Die übrigen drei Stränge des Not- und Nachkühlsystems standen ohne Einschränkung zur Verfügung.

Einstufung (nach Richtlinie ENSI-B03)

INES-Stufe 0

Massnahmen des Betreibers

Das KKG hat das defekte Modul zur Analyse an den Hersteller geschickt. Zudem hat das KKG umfassende Angaben zu allen vor der Auslieferung reparierten oder überarbeiteten Module des betroffenen Typs eingefordert und wird beim Hersteller ein reaktives Audit durchführen.

Massnahmen des ENSI

Das ENSI verlangt vom KKG zusätzliche Abklärungen, um die elektronischen Bauteile, die das Vorkommnis verursacht hatten, auf der fehlerhaften Printplatte eindeutig zu identifizieren. Darüber hinaus verlangt das ENSI eine Auswertung der Betriebsdaten von mindestens zehn häufig betätigten Armaturen.

Beurteilung durch das ENSI

Das KKG hat die Verfügbarkeit des Regelventils innerhalb der massgeblichen Frist der Technischen Spezifikation wiederhergestellt.

Das Vorkommnis hatte eine geringe Bedeutung für die nukleare Sicherheit.

Kriterien für die Aufschaltung auf der ENSI-Website

Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt.

Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit. Über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen, informiert das ENSI auf der Website laufend:

  • INES-Stufe 1 oder höher,
  • Auslösung von Sicherheitssystemen,
  • Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt,
  • Inkorporation radioaktiver Stoffe mit einer Folgedosis von mehr als 1 mSv.