Nukleare Sicherung: Schweiz will Cybersicherheit stärken

ENSI-Direktor Hans Wanner und IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi haben bei einem Treffen die aktuellen Themen und zukünftigen Herausforderungen in der nuklearen Sicherheit und Sicherung besprochen. Das Treffen fand am Rande der dritten internationalen Konferenz zur nuklearen Sicherung der IAEA in Wien statt.

«Die Schnittstelle zwischen nuklearer Sicherung, also dem Schutz einer Kernanlage vor Sabotage und anderen unbefugten böswilligen Einwirkungen, und nuklearer Sicherheit ist sehr wichtig und sollte auf internationaler Ebene weiter verbessert werden», sagt ENSI-Direktor Hans Wanner anlässlich der dritten Ministerkonferenz zur nuklearen Sicherung, die vom 10. bis 14. Februar 2020 in Wien stattfand. Fachexperten des ENSI waren Teil der Schweizer Delegation. Diese hat in Wien betont, wie wichtig es ist, Synergien zwischen der nuklearen Sicherung und Sicherheit zu schaffen.

Das übergeordnete Anliegen der Schweiz ist der umfassende Schutz des gesamten globalen Nuklearmaterials. Besonders hat das ENSI die zentrale Bedeutung der Computer- und Informationssicherheit für den Schutz kritischer Infrastrukturen, beispielsweise für Kernkraftwerke, unterstrichen: «Wir haben uns an der Ministerkonferenz für eine weitere Stärkung der Cybersicherheit in Kernanlagen eingesetzt, weil dies ein wichtiger Bereich der nuklearen Sicherung ist», betont Wanner.

IAEA- und ENSI-Direktoren treffen sich

Am Rande der Konferenz trafen sich ENSI-Direktor Hans Wanner und der neue IAEA-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi zu einem bilateralen Gespräch. Sie verständigten sich auf eine engere Zusammenarbeit, die in Zukunft einen speziellen Fokus auf den Notfallschutz richten wird.

Die Schweiz an der Internationalen Konferenz zur Nuklearen Sicherung

  • Die Ministerkonferenz der Internationalen Atomenergieorganisation der Vereinten Nationen IAEA zur nuklearen Sicherung fand 2013 zum ersten Mal statt. Sie wurde ins Leben gerufen, um die nukleare Sicherung weltweit zu stärken und terroristische Aktivitäten zu verhindern.
  • 2016 trafen sich die über 170 Mitgliedstatten erneut in Wien, um die Koordinationsrolle der IAEA im Bereich der nuklearen Sicherung festzulegen und zu optimieren.
  • Die Konferenz im Februar 2020 war die dritte Internationale Konferenz zur Nuklearen Sicherung (ICONS 2020). Die Schweizer Delegation setzte sich aus Vertretern des ENSI, des Bundesamts für Energie (BFE), des Bundesamts für Gesundheit, des Labors Spiez und des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zusammen.